Der ganz persönliche Werdegang

Beruflicher Werdegang – eine nüchterne Betrachtung

Nach der Realschule, mit achtzehn Jahren, absolvierte ich eine Ausbildung zu Energie-Elektroniker Fachrichtung Betriebstechnik. Manche Menschen sagen auch Elektriker dazu. Im Rahmen dieser Ausbildung durfte ich sechs Monate lang auf dem größten Spielplatz Deutschlands spielen. Die Mitarbeiter dort nannten es „Unter Tage“. Das war wirklich sehr lustig, aber trotzdem erkannte ich in dieser Zeit, dass dies nicht die nächsten dreißig Jahre meine Arbeit sein würde.

Dankbar gegenüber den äußeren Zwängen, folgte der Zivildienst. Dieser half mir zu verstehen, dass ich eine Arbeit, in der Menschen im Mittelpunkt stehen, ausüben wollte. Eigentlich hatte ich es erst ein halbes Jahr nach dem Zivildienst genau gewusst. Ich fing zunächst ein Elektrotechnikstudium an, denn dieses war wohl nötig um zu begreifen.

Da  ich als Kind immer Superhelden mit mentalen Fähigkeiten toll fand, sollte es bei mir die Psychologie werden. Jedoch ließ ich mich von einem Verwandten überzeugen, dass man mit Sozialarbeit oder Sozialpädagogik „breitbandiger“ qualifiziert sei, und dies mehr Jobs wahrscheinlicher mache. Nun, damals war noch nicht abzusehen, wie heut zu Tage „die Psychologen“ lawinenmäßig in der Bevölkerung einfallen. Ich studierte Sozialpädagogik an der Fachhochschule Bielefeld. Dies war eine tolle Zeit. Ich hatte lange Haare und fühlte mich ein bisschen so, wie sich wohl ein Hippie in den Siebzigern gefühlt haben muss. Ich durfte mich dreieinhalb Jahre mit Büchern beschäftigen, und die Themen waren mir überlassen. Meine erste Thailandreise fand in dieser frühen Schaffensperiode statt. Meine Hauptinteressengebiete, und ich fand immer den „passenden“ Prof. dazu, waren: Sigmund Freud, Kritische Theorie der Gesellschaft, kritische Psychologie, Watzlawick, Konstruktivismus, Gestalttherapie, Carl Gustav Jung und Alfred Adler, „Die Struktur der Magie I und II“ und das NLP. Ich beendete das Studium mit der Diplomarbeit: „Beratung als Prozess der Veränderung durch einen kommunikations-strategischen Ansatz.“ Wäre ich heute mein eigener Dozent, würde ich mich mit dieser Arbeit nicht durch kommen lassen.

Mein Anerkennungsjahr fand in einer sozialpsychiatrischen Beratungsstelle eines Gesundheitsamtes statt. Ich fand Interesse an der Arbeit mit den sogenannten „chronisch psychisch Kranken“, und ebenso fand ich im Anschluss eine feste Stelle in einem sozial psychiatrischen Wohnheim. Nach fünf Jahren überkam mich ein bisschen der Gleichmut, was diese Arbeit anging. Schnurstrax versuchte ich mich mit Förderung des Arbeitsamtes in der Selbstständigkeit. In den letzten beiden Jahren im Wohnheim hatte ich schon einen NLP Basiskurs und eine Practitionerausbildung gemacht. Ich fand Kontakt zu einem kleinen Weiterbildungsträger in Krefeld und mit dieser Kombination war ich frohen Mutes.

Ich gab Nachhilfeunterricht in Mathe, Physik und Englisch. Ich coachte das ein oder andere Kind. Ich gab ein paar Workshops zu verschiedenen Themen. Nach einem halben Jahr und mit der Beendigung der Förderung fand ich einen Auftraggeber für Bewerbungstrainings. Aufgrund meiner Bewerbung rief man mich an und fragte mich, ob ich auch Bewerbungstraining „geben“ könne und ich dachte mir NEIN und antwortete JA! Und daraufhin machte ich ca. ein Jahr Bewerbungstrainings und Einführungen in Windows, Word und Excel. Da es sich hierbei um eine sehr wechsellastige Branche handelte, und ich in zunehmenden Maße feststellte, dass ich nicht so sehr über die benötigte Persönlichkeitsstruktur eines Selbständigen verfügte, hatte ich bald keine Aufträge mehr.

Ich fand recht schnell wieder einen Job in einem sozialpsychiatrischen Wohnheim, obwohl ich eigentlich immer noch keine Lust auf diese Arbeit verspürte. Das erste Jahr war auch dementsprechend nicht so toll, weil ich einfach keinen „Bock“ drauf hatte. Ich schaute mich zwischenzeitlich immer wieder auf dem Stellenmarkt um, aber Nichts fand sich. Vor allem meinen damaligen Teamkollegen habe ich es zu verdanken, dass ich doch wieder Spaß an dieser Arbeit fand. Es war nicht mein ausschließlicher Traumjob, aber ich fühlte mich wohl. Dann reagierte ich auf eine Stellenanzeige. Ein neuer Bereichsleiter in einem Wohnheim wurde gesucht. Trotz mangelnder Leitungserfahrung bekam ich diese Arbeit.

Jetzt begann auch eine schwierige Zeit in meinem Berufsleben. Positiv gestimmt fing ich also als Bereichsleiter für zwei Wohnheime in einer der größten sozialen Einrichtungen in Düsseldorf an. Dies war schon eine schöne Herausforderung für mich. Ich unterschätze sehr wie es ist, zwischen Oben und Unten irgendwie eingeklemmt zu sein. Oben war jemand mit großen Ansprüchen, aber meines Erachtens wenigen Bezügen nach Unten. Selber verklemmt in einem theoretischen Ideal; Unten waren Menschen, die vor mir 2 Jahre ohne jegliche Leitung waren, die ihre Klienten nur verwalteten. freilich kann man dies auch alles anders bewerten, aber dies ist eben meine subjektive.. . Als dann mein zweites Kind auf die Welt kam und über unsere nächtlichen Schlafgewohnheiten eine gänzlich andere Meinung vertrag als ich, rief mittelfristig der “Berny” (BurnOut) bei mir an und meldete Besitzansprüche. Letztendlich war er überzeugender als ich. Die Rettung kam in Form einer neuen Anstellung.

Nach 4 Jahren Bereichsleitung kamen 4 Jahre Projektleitung bei einem Bildungsträger. Dies ist schnell erläutert: Ich organisierte unterschiedliche berufliche Bildungsmaßnahmen für das Jobcenter. Diese wurden immer weniger, aber Deutschkurse wurden immer mehr, so dass ich auf einmal Deutschlehrer war, obwohl ich keiner sein wollte. Zugegeben: so viel hatte ich vorher noch nie über meine Muttersprache gelernt. Dennoch ging ich.

Aktuell arbeite ich als gesetzlicher Betreuer in Moers. Jetzt kann ich wieder Sozialpädagoge sein. Ich übe eine Tätigkeit aus, die Menschen wirklich hilft. Ich bin vernetzt mit dem kompletten Sozialsystem der Region und werde mich hier wohl lange wohl fühlen.

Persönlicher Lebensweg zum Coach

Ich war eigentlich immer ein durchschnittlicher Schüler. Ich habe mich meist als Außenseiter empfunden. Ich erinnere mich an eine Phase meiner Jugend, in der ich der festen Überzeugung war, ich sei ein „Pechvogel“ – wörtlich gemeint. Tatsächlich erinnere ich mich daran und an diese ganze Zeit nicht konkret. „Fetzen“ von Bildern zeigen mich in der Regel bei irgendwelchen „Unfällen“ und allgemein in „Frustsituationen“.

Trotzdem, weil rückblickend, ist mir so vieles tatsächlich „zugeflogen“. Meine erinnerte persönliche Entwicklung startet mit der ersten Ausbildung und Geld in der Börse. Der Führerschein und ein Auto geben mir Freiheit und ich entdeckte die Welt der Discos und des Feierns. Frauen werden ein großes und selten erreichtes Ziel. Der Zivildienst wird so eine Art von Wende. Ich entdecke „das richtige Händchen“ im Umgang mit Menschen und dem Spaß daran. Ein kleines halbjähriges Zwischenspiel im Studium der Elektrotechnik bringt noch einmal Frust und Selbstzweifel. Einem Professor neunzig Minuten zu zu hören, und das anschließende Gefühl, der hätte in einer mir total unbekannten Sprache kommuniziert. Erst der Beginn des Sozialpädagogikstudiums wendet das Blatt wieder. Das erste Mal wirklich nicht mehr zu Hause. In einer anderen Stadt irgendwie neu beginnen. Einen neuen Freundeskreis aufbauen. So, als hätte jemand die Karten neu gemischt – allerdings wusste ich damals noch nicht, dass ich es war, der gemischt hat. Aber es kommen auch die alten Grenzen wieder. Ein großes Problem war meine Angst vor anderen Menschen zu sprechen. Da kommt man in dieser Fachrichtung nicht wirklich drum herum, obwohl ich es mit einem Mindestaufwand schaffte. Doch gab es da eine interessante soziale Grenze, die neu war. Es war eine Grenze zwischen meinem Leben als Student und meinem Freundeskreis in der Heimat. Ich war sehr oft an den Wochenenden „zu Hause“. Und irgendwie hatten diese beiden Welten seltsam wenig mit einander zu tun. Ich wünschte mir oft, dass da mehr Verbindung wäre. Gegen Ende dieser Ausbildung ergab sich diese Verbindung mit dem Kennenlernen meiner heutigen Ehefrau; aber jetzt noch etwas zum Studium. Ich konzentrierte mich sehr auf die psychologischen Angebote. Das ging soweit, dass ich in den folgenden „Fächern“ doch letztendlich psychologische Themen zur Grundlage der Prüfungen hinbekommen habe: Soziologie (psychoanalytische Interviewtechnik), Psychologie (Freud und Erziehung), Medienpädagogik (radikaler Konstruktivismus), Erziehungswissenschaften (Alfred Adler), Methoden der Sozialarbeit (Kritische Psychologie). Im Folgenden auch noch meine Interessengebiete in annähernd chronologischer Reihenfolge: Freud, Adler, Jung, Kritische Psychologie, Gestaltpsychologie, Watzlawick, radikaler Konstruktivismus, Adler, Gestalttherapie, NLP, Jung. (Doppelnennungen sind absichtlich.) Meine Diplomarbeit fasst vieles von dem zusammen (s.o.).

Daneben erlernte ich das autogene Training, und damit meine erste „Selbsterfahrungsmethode“. Und ich entdeckte das NLP. Ich fragte einen meiner Dozenten, ob er mir ein gutes Buch über Kurzzeittherapien empfehlen könne: „Neue Wege der Kurzzeittherapie – Bandler/Grinder“. Schon der Untertitel: „neurolinguistische Programme“, hatte etwas Magisches für mich. Es war das erste Buch aus dem psychologischen Dunstkreis, welches wirklich „Handlungsanweisungen“ in einer sehr konkreten Weise gab. Und ich verschlang die gesamte mir zur Verfügung stehende Literatur dazu – ich hatte die fünft größte Unibibliothek Deutschlands zur Verfügung. Ich fing ganz zaghaft an, das Gelesene anzuwenden – traute mich aber noch so richtig.

Während meines Anerkennungsjahres hatte ich dann weitere Gelegenheit mich langsam an die Anwendung zu tasten. Es folgte meine erste Wohnheimtätigkeit und damit wurde ich wirklich zum Sozialpädagogen. Und ich machte einen sechs tägigen NLP Basiskurs bei Martina Schmidt-Tanger. Ich hatte das erste Mal Gelegenheit einem NLP Trainer zu zu schauen, und sie machte alles genauso, wie ich es in „Neue Wege . . .“ gelesen hatte. Große Selbsterfahrungsprozesse machte ich damals wohl nicht. Dafür war ich auch zu ängstlich; hatte ein bisschen Lampenfieber davor, evtl. was vor der Gruppe zu tun; auch die Dreiergruppen hatten etwas beängstigendes für mich, da andere ja nun sehen konnten, wie gut oder wie schlecht ich dass machte. Es war dann doch nicht so schlecht und ich bekam mehr Mut. Das ganze Seminar erweiterte damit meine Grenzen.

Auf der einen Seite dadurch, dass diese Dinge, über die ich gelesen hatte, tatsächlich funktionieren konnten. Und auf der anderen Seite weil ich sehen konnte, ich „demonstriere“ etwas und gehe dabei nicht unter. Es entstand ein neuer Gedanke: vielleicht könnte ich so etwas auch irgendwann machen. Ein bis zwei Jahre später fing ich die NLP Practitionerausbildung an. Es war ein recht neuer NLP Trainer. Ein Endscheidungskriterium war der Preis. Es war wesentlich billiger als Andere. Dem Trainer sprangen nach dem ersten Wochenende zwei Teilnehmer ab; also sprangen zwei Ehefrauen von anderen Teilnehmern zum halben Preis ein. Meine jetzige Ehefrau war dabei, und so war es für uns „noch billiger“. Die Ausbildung war rücksehend sehr schlecht. Zwei Aspekte waren für mich gut: ich hatte viel Gelegenheit NLP anzuwenden und ich bekam ein Zertifikat des DVNLP. Jetzt war ich ein NLP Anwender.

Während meiner Zeit in Düsseldorf absolviere ich meine NLP Master Ausbildung. Hier kommt mein Weg Richtung Coach auf eine schnellere Geschwindigkeit. Dies ist vor allem dem guten Trainer und der exquisiten Gruppe zu verdanken. Das gute Feedback, dass ich immer wieder erhalte, sorgt sehr dafür, dass ich nun immer mehr Coachings durchführe. Auf der anderen Seite trenne ich mich hier ein stückweit wieder vom NLP, da mein Trainer viel über Gunther Schmidt spricht. Was ich jetzt über Gunther lese und lerne überzeugt mich vollends. Hier finde ich vor allem meine theoretische Heimat, praktische Haltung und kann dies dennoch mit NLP “Methoden” umsetzen. Das Wort Methoden steht hier absichtlich in Anführungszeichen, weil dieses Wort zunehmend seine Berechtigung verliert.

Der hypnosystemische Ansatz und ein Netzwerk:

Ich erlebe 4 Tage Gunther Schmidt mit Stephen Gilligan. Vor allem beeindruckt mich hier die wertschätzende Haltung, die gelebt wird. All dieses Besserwissertum, das ich so oft, und noch öfter bei NLP Anwendern gesehen habe, verschwindet hier völlig. Und es befreit mich von zu viel Verantwortung und Druck. Ich bin gar nicht alleine verantwortlich, für die potentiellen Änderungen meiner zu coachenden! Ich muss gar nicht verstecken, oder heimlich anwenden – was mich ohnehin immer gestört hat. Ich kann, darf, muss im Gegenteil alles transparent machen, was ich denke und glaube. Ich werde auch zu einem “Realitätenkellner” und übernehme die volle Verantwortung für die Angebote, die ich machen kann; aber nicht mehr dafür, welche Alternativen mein Klient sich wählt.

2014 werde ich zu einer “Tagung” und Vorstellung der sysTelios Klinik nach Köln eingeladen. Dies war das erste oder zweite Treffen seiner Art. Hier entstanden die ersten Ideen zu einem hypnosystemischen Netzwerk. Jetzt habe ich zu meiner persönlichen Entwicklung auch noch ein Netzwerk gleich-, bzw. ähnlich denkender Menschen gefunden.

Jetzt wird für mich der Gedanke der Selbstorganisation wichtiger. Auf den regelmäßigen Netzwerktreffen arbeiten wir häufig mit der OpenSpaceMethode um Ideen zu entwickeln, Absprachen zu treffen und Pläne zu machen. Die wesentlichen Aspekte in veränderungserwünschten Kontexten sind meines Erachtens vor allem bei einer zieldienlichen Haltung zu finden. Ist aber so etwas wie Haltung weiterbildungsfähig? Vielleicht bis zu einem gewissen Grade. Haltung und Werte gehören unvermeidlich zusammen, wie auch Grundannahmen über das Wesen von Menschen, Persönlichkeit und Veränderung. Hier eignet sich ein erfahrungsbetonter OpenSpace viel mehr.