Selbstorganisation

Selbstorganisation, Konstruktivismus, systemisches Denken – alle diese Begriffe gehören zusammen. Solch kurze Texte, wie hier auf meiner kleinen Internetseite, reichen nicht aus, um der Komplexität dieser Themen auch nur halbwegs gerecht zu werden. Deshalb an dieser Stelle nur einige kurze Thesen:

Selbstorganisation und Autopoiese sind fundamentale systemische Prinzipien. Schon Gregory Bateson schrieb, dass das menschliche Bewusstsein zu begrenzt sei, um die systemische Natur der Dinge zu durchschauen.

Die moderne Gehirnforschung belegt mittlerweile sehr eindringlich, dass kein Mensch von Aussen zu etwas gezwungen werden kann. Er kann lediglich autonom und gemäß seiner eigenen internen Struktur auf die “Angebote” aus seiner Umwelt reagieren.

Heinz von Foerster

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=85xE70sbWpc

Gunther Schmidt

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Zbane7sxks8

Soziale Systeme

Dasselbe kann für kleine und große soziale Systeme angenommen werden. Soziale Systeme entwickeln grundsätzlich ihre je spezielle Form von Eigendynamik. Dies verändert radikal die Ideen darüber, wie Führen und Leiten funktionieren könnte. Diese Eigendynamik ist es auch, die eine Schlüsselposition für die Ziele und Zwecke von Teams einnimmt.

Attraktoren sind es, die wesentlich die Eigendynamik solcher Systeme bestimmen. Attraktoren werden hier verstanden, als “Guter Geist”, z.B. eines Teams. Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky hat mit seinem Salutogenesekonzept meines Erachtens mögliche Kriterien erarbeitet, welche sich gut als “Attraktoren” für zieldienliches Arbeiten in Teams, aber auch für Einzelne, eignen:

Stimmigkeit – Kohärenz
Attraktive Gesundheitsziele
Subjekt und subjektive Norm
Systemische Selbstregulation
Entwicklung und Evolution
Mehrere Möglichkeiten: sowohl – als auch

Gerade Mitarbeiter in sozialen Kontexten müssen Sinn in ihrer Arbeit sehen. Sie sollten in der Lage sein, positive Ziele anzupeilen. Sie sollten eine vermeintliche Objektivität aufgeben, zu Gunsten einer Objektivität in Anführungsstrichen (Maturana). Sie müssen klare Rahmenbedingungen für ihre Arbeit haben, innerhalb derer sie sich jedoch frei entfalten (selbstorganisieren) können. Sie müssen Möglichkeiten erhalten, sich durch externe Hilfestellung, als auch durch sich selber, weiter zu entwickeln. Und sie müssen über Wahlmöglichkeiten verfügen.

Gelingt eine solche Selbstorganisationsentwicklung, hat dies in logischer Konsequenz erwünschte Auswirkungen auf die Klienten dieser Mitarbeiter. Hier passt Gunther Schmidts ethischer Imperativ: